Worum es geht und für wen es wichtig ist
Beide Themen betreffen denselben Punkt im Mailweg: Eine Station nimmt eine Nachricht an und gibt sie weiter, oft verändert. Welche Frage Sie beantworten müssen, hängt von Ihrer Rolle ab.
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| Ihre Lage | Worauf es ankommt | Weiter im Kapitel |
|---|---|---|
| Sie versenden E-Mails mit Ihrer Domain. | Gültige, zur sichtbaren Absenderdomain ausgerichtete DKIM-Signaturen. Einen ARC-Eintrag müssen Sie dafür nicht veröffentlichen. | Weiterleitungen und Mailinglisten |
| Sie betreiben eine Weiterleitung oder eine Mailingliste. | Nachrichten möglichst unverändert weitergeben und den Envelope-Absender umstellen. Eine ARC-Signierung ist eine zusätzliche, optionale Angabe. | Weiterleitungen, eigene Systeme |
| Vor Ihrem Postfachdienst arbeitet ein Gateway. | Annahme auf das Gateway beschränken, Authentifizierung an der Grenze prüfen, Veränderungen durch das Gateway und den ausgehenden Weg berücksichtigen. | Gateway vor dem Postfach |
| Sie untersuchen eine Nachricht mit ARC-Kopfzeilen. | Zuerst das Ergebnis Ihres eigenen Empfangssystems lesen, dann Kette und Sealer. | Kopfzeilen lesen |
| Der E-Mail Security Check zeigt einen ARC- oder Gateway-Hinweis. | Es sind ungewichtete DNS- und Namenshinweise ohne Nachrichtenprüfung. | Was der Check erhebt |
„Secure Email Gateway“ ist eine Produktbezeichnung, kein Begriff aus den Mailstandards. In der Architektur der Internet-Mail nach RFC 5598 entspricht ein Filter vor dem Postfach einer weiterleitenden Station mit der Aufgabe eines Grenzfilters (Boundary Filter), der Inhalte prüft und gegebenenfalls verändert. Ein „Gateway“ im Sinne von RFC 5598 ist dagegen ein Übergang zwischen verschiedenartigen Mailsystemen. Wenn dieses Kapitel von einem Gateway spricht, ist der vorgeschaltete Filter gemeint.
ARC: Prüfergebnisse über Zwischenstationen weiterreichen
Eine Weiterleitung verschickt die Nachricht neu. Behält die weiterleitende Station den ursprünglichen Envelope-Absender bei, scheitert SPF in der Regel, weil ihre Adresse nicht zum SPF-Record der Absenderdomain gehört. Schreibt sie den Envelope-Absender auf ihre eigene Domain um, kann SPF bestehen, ist aber nicht mehr zur sichtbaren Absenderdomain ausgerichtet. Für DMARC bleibt dann nur eine gültige, ausgerichtete DKIM-Signatur. RFC 7960, Abschnitt 2.2
DKIM übersteht eine reine Umleitung häufig, weil die signierten Bestandteile unverändert bleiben. Mailinglisten und Filter verändern Nachrichten aber oft: Sie setzen einen Betreff-Präfix, hängen eine Fußzeile an, bauen MIME-Teile um oder ersetzen Links. Das macht die ursprüngliche DKIM-Signatur ungültig. Fehlt danach ein ausgerichteter SPF- oder DKIM-Pass, schlägt DMARC fehl. RFC 6376, Anhang B.2, RFC 7960, Abschnitte 2.3 und 3.2.3, DMARC-Alignment
Hier setzt ARC an. Jede teilnehmende Zwischenstation fügt ein ARC-Set aus drei Kopfzeilen mit derselben Instanznummer i= hinzu; die Nummern beginnen bei 1 und dürfen bis 50 reichen. RFC 8617, Abschnitte 4.1 bis 4.2
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| Kopfzeile | Inhalt | Was sie belegt | Was sie nicht belegt |
|---|---|---|---|
ARC-Authentication-Results (AAR) | Die Prüfergebnisse, die diese Station beim Eingang der Nachricht festgestellt hat, im Format von Authentication-Results. | Welche Ergebnisse die Station für sich in Anspruch nimmt. | Dass diese Angaben stimmen. Die sachliche Richtigkeit der korrekt eingebetteten Authentifizierungsangaben wird durch die Kettenprüfung nicht bestätigt. Die vorgeschriebene ARC-Struktur und Signaturen müssen dennoch stimmen. |
ARC-Message-Signature (AMS) | Eine DKIM-ähnliche Signatur über die Nachricht in dem Zustand, in dem die Station sie weitergibt. | Dass die signierende Domain (d=) die Nachricht in diesem Zustand weitergegeben hat. | Wer die Nachricht verfasst hat oder welche Änderungen die Station vorgenommen hat. |
ARC-Seal (AS) | Eine Signatur über alle ARC-Sets bis einschließlich des eigenen, dazu cv= mit dem Kettenstatus beim Eingang: none, pass oder fail. | Dass Kette und Reihenfolge seit dem Versiegeln unverändert sind. | Dass die versiegelnde Station vertrauenswürdig ist. |
Quellen: RFC 8617, Abschnitte 3.4, 4.1.1 bis 4.1.3 und 4.4.
Das erste Set trägt cv=none. Spätere Sets tragen cv=pass, wenn die Station die vorhandene Kette gültig vorgefunden hat. Findet eine Station eine ungültige Kette vor, versiegelt sie mit cv=fail; weitere Stationen setzen eine solche Kette nicht fort. Ein Prüfer (Validator) kontrolliert, ob jedes Set vollständig ist, ob die Nummern lückenlos von 1 bis N laufen und ob die cv-Werte dazu passen. Anschließend prüft er die jüngste Nachrichtensignatur und alle Seals kryptografisch. Sein Ergebnis soll er als arc=pass, arc=fail oder arc=none in sein eigenes Authentication-Results schreiben. Eine Kette mit dem Ergebnis fail muss er so behandeln wie eine Nachricht ohne Kette; auch DNS-Fehler beim Schlüsselabruf gelten dabei als endgültiger Fehler. RFC 8617, Abschnitte 5.1 bis 5.2.1
Eine gültige Kette bindet die signierten Angaben an die versiegelnden Domains. Eine Station erklärt damit, welchen Nachrichtenzustand sie weitergibt, welches Eingangsergebnis sie festgestellt haben will und welche früheren Sets sie vorgefunden hat. Sie kann trotzdem falsche Eingangsergebnisse behaupten; die Signatur macht diese Behauptung nicht wahr. ARC authentifiziert damit die Identität einiger beteiligter Stationen, bewertet aber nicht ihre Vertrauenswürdigkeit. Eine gültige Kette ist weder ein Zeichen für ungefährliche Inhalte noch für eine Zustellung. Die Spezifikation nennt ARC ausdrücklich kein Vertrauensrahmenwerk. RFC 8617, Abschnitte 9 bis 9.4 und Anhang A.2
Schematische Erklärung · keine Messung
ARC-Kette und Vertrauen getrennt prüfen
Alice unter example.com schreibt über lists.example.net an Bob unter example.org. Die Absenderdomain veröffentlicht p=reject; die Mailingliste verändert die Nachricht.
Vom Absender zur Liste
- Alice · example.com
Originalnachricht mit gültiger DKIM-Signatur.
-
Nachricht trifft bei lists.example.net ein
Liste prüft zuerstSPF, DKIM und DMARC bestehen am Eingang.
-
Nach der Eingangsprüfung
Liste verändert und versiegeltBetreff und Fußzeile ändern, eigene DKIM-Signatur, zuletzt ARC-Set i=1 / cv=none mit Eingangsergebnis.
Beim Empfänger
- Bob · example.org
SPF besteht nur für die Liste; Original-DKIM scheitert. Listen-DKIM ist nicht aligned: DMARC fail.
-
ARC gesondert prüfen
ARC-Kette: passDie signierte Aussage der Liste lässt sich prüfen; die ursprüngliche Signatur bleibt beschädigt.
-
Vertrauen zusätzlich zur Kettengültigkeit bewerten
Lokale VertrauensentscheidungListe vertraut: Policy-Ausnahme möglich. Liste nicht vertraut: keine ARC-Ausnahme.
Eine signierte Aussage der Liste ersetzt die Vertrauensentscheidung nicht. ARC pass führt nicht automatisch zur Zustellung.
Vollständige Beschreibung des Ablaufs
Alice sendet von example.com eine mit DKIM signierte Nachricht an die Mailingliste lists.example.net; example.com veröffentlicht die DMARC-Policy p=reject. Die Liste prüft beim Eingang SPF, DKIM und DMARC für example.com und erhält jeweils pass. Danach setzt sie ein Betreff-Präfix und eine Fußzeile, signiert mit ihrer eigenen Domain lists.example.net und fügt zuletzt ein ARC-Set mit i=1 und cv=none hinzu. Dessen ARC-Authentication-Results hält das Eingangsergebnis der Liste fest. Die Liste versendet die Nachricht mit ihrem eigenen Envelope-Absender an bob@example.org. Der Empfänger example.org prüft selbst: SPF besteht nur für lists.example.net und ist nicht ausgerichtet, die DKIM-Signatur von example.com ist durch die Änderungen ungültig, die Signatur der Liste ist nicht ausgerichtet, DMARC schlägt deshalb fehl. Die ARC-Kette prüft er als gültig. Ob er dem Eingangsergebnis der Liste glaubt, hängt allein davon ab, ob er lists.example.net vertraut. Vertraut er ihr, kann seine lokale Policy den DMARC-Fehlschlag übersteuern und er kann das im DMARC-Bericht als Ausnahme ausweisen. Vertraut er ihr nicht, behandelt er die Nachricht wie jeden anderen DMARC-Fehlschlag. Die Abbildung zeigt Protokollregeln an einem erfundenen Beispiel, keine Messung und keine Zustellzusage.
ARC-Kopfzeilen und Authentication-Results lesen
Das folgende gekürzte Beispiel gehört zur Situation aus der Abbildung. Received-Felder sind weggelassen, Signaturwerte sind Platzhalter. Domains und Adresse stammen aus den für Dokumentation reservierten Bereichen; mx.example.org wird nur für die Erklärung als eigenes, vertrauenswürdiges Empfangssystem angenommen.
Authentication-Results: mx.example.org;
spf=pass smtp.mailfrom=team-bounces@lists.example.net;
dkim=fail (body hash did not verify) header.d=example.com header.s=sel2026;
dkim=pass header.d=lists.example.net header.s=list2026;
dmarc=fail header.from=example.com;
arc=pass header.oldest-pass=0 smtp.remote-ip=198.51.100.25
ARC-Seal: i=1; a=rsa-sha256; cv=none; d=lists.example.net; s=arc2026;
t=1790000000; b=PLATZHALTER
ARC-Message-Signature: i=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed;
d=lists.example.net; s=arc2026; t=1790000000;
h=from:to:subject:date:message-id:dkim-signature;
bh=PLATZHALTER; b=PLATZHALTER
ARC-Authentication-Results: i=1; lists.example.net;
spf=pass smtp.mailfrom=alice@example.com;
dkim=pass header.d=example.com header.s=sel2026;
dmarc=pass header.from=example.com
DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; d=lists.example.net;
s=list2026; h=from:to:subject:date:message-id; bh=PLATZHALTER;
b=PLATZHALTER
DKIM-Signature: v=1; a=rsa-sha256; c=relaxed/relaxed; d=example.com;
s=sel2026; h=from:to:subject:date:message-id; bh=PLATZHALTER;
b=PLATZHALTER
From: Alice <alice@example.com>
To: team@lists.example.net
Subject: [Team] Protokoll der Sitzung
Date: Mon, 21 Sep 2026 16:12:05 +0200
Message-ID: <protokoll-0921@example.com>So lesen Sie den Ausschnitt in einer sinnvollen Reihenfolge:
- Das eigene Prüfergebnis zuerst. Belastbar ist nur ein
Authentication-Results, das Ihr eigenes Empfangssystem innerhalb Ihrer Vertrauensgrenze hinzugefügt hat; Sie erkennen es an der Kennung des Prüfdienstes (hiermx.example.org). Ein konformes System muss gleichnamige Felder entfernen, die von außen kommen und fälschlich Ihre Kennung tragen. Bei mehreren Feldern entscheidet deshalb nicht die Position allein. RFC 8601, Abschnitte 1.2 und 5 - Die Einzelergebnisse.
spf=passgilt hier für die Domain der Liste, nicht für example.com, und ist nicht ausgerichtet. Die Signatur von example.com ist nach den Änderungen der Liste ungültig. Die gültige Signatur von lists.example.net ist ebenfalls nicht ausgerichtet. Daraus folgtdmarc=fail. - Das ARC-Ergebnis Ihres Systems.
arc=passheißt: Ihr System hat die Kette strukturell und kryptografisch als gültig befunden. Wer versiegelt hat, steht imd=desARC-Seal.i=1mitcv=nonezeigt, dass die Liste die erste und einzige teilnehmende Station ist.header.oldest-pass=0bedeutet, dass auch alle älteren Nachrichtensignaturen der Kette noch gültig waren. - Die Aussage der Station. Das AAR mit
i=1meldet, dass die Nachricht beim Eingang in die Liste SPF, DKIM und DMARC für example.com bestanden hat. Das ist eine Angabe von lists.example.net, keine Prüfung Ihres Systems. - Die Entscheidung. Ob diese Angabe zählt, entscheidet die lokale Policy des Empfängers. Nur wenn er dem Sealer vertraut, darf er den DMARC-Fehlschlag deshalb anders behandeln. RFC 8617, Abschnitt 7.2.1
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| Befund | Bedeutung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
arc=none | Die Nachricht kam ohne ARC-Kette an, etwa direkt vom Absender oder über eine Station ohne ARC. | Normalfall bei direkter Zustellung; kein Fehler. |
arc=pass | Die Kette ist nach Prüfung Ihres Systems gültig. | Sealer (d=) feststellen und klären, ob Ihr System ihm vertraut. |
arc=fail | Die Kette ist ungültig, etwa weil eine Station nach dem Versiegeln etwas verändert hat oder ein Schlüssel nicht abrufbar war. | Wie eine Nachricht ohne Kette behandeln; Bruchstelle anhand der cv-Werte und Instanzen eingrenzen. |
cv=pass im jüngsten ARC-Seal | Die letzte Station gibt an, die Kette bei sich gültig vorgefunden zu haben. | Nicht als Ergebnis Ihres Systems lesen; maßgeblich ist arc= in Ihrem eigenen Feld. |
Mehrere Sets i=1 bis i=N | Mehrere Stationen haben nacheinander versiegelt; die höchste Nummer ist die jüngste. | Jede versiegelnde Domain einzeln zuordnen. |
header.oldest-pass größer 0 | Bei der optionalen Rückwärtsprüfung endet die Folge gültiger AMS an dieser Instanz; mindestens eine ältere Signatur ließ sich nicht mehr bestätigen. | Als Eingrenzung lesen, nicht als Beweis, wer etwas verändert hat. Auch Schlüsselabruf oder abgelaufene Signaturen können eine Prüfung scheitern lassen. |
Quellen: RFC 8617, Abschnitte 4.4, 5.2 und 6.
Anbieter notieren zusätzliche Angaben unterschiedlich. Microsoft beschreibt für Microsoft 365: Wird ein vertrauenswürdiger Sealer anerkannt, steht im letzten ARC-Authentication-Results neben arc=pass der Wert oda=1; compauth=pass reason=130 im Authentication-Results zeigt, dass das ARC-Ergebnis einen DMARC-Fehlschlag übersteuert hat. Das sind Microsoft-eigene Kennzeichen, keine allgemeine Notation. Microsoft Learn: Configure trusted ARC sealers
Wenn Sie eine Nachricht als .eml-Datei gespeichert haben, listet dieses kleine Python-Skript die relevanten Felder in ihrer Reihenfolge auf. Es liest nur und prüft keine Signatur; die Positionsnummer zeigt, welches Feld weiter oben steht.
# Listet Authentication-Results und ARC-Kopfzeilen einer gespeicherten
# Nachricht in ihrer Reihenfolge auf. Liest nur; prüft keine Signatur.
import sys
from email import policy
from email.parser import BytesParser
FIELD_NAMES = {"authentication-results", "arc-seal",
"arc-message-signature", "arc-authentication-results"}
with open(sys.argv[1], "rb") as source:
message = BytesParser(policy=policy.default).parse(source, headersonly=True)
for position, (name, value) in enumerate(message.items(), start=1):
if name.lower() in FIELD_NAMES:
print(f"{position:>3} {name}: {' '.join(str(value).split())}")Aufruf: python3 arc-felder.py nachricht.eml. Das Skript wurde nur mit eigenen synthetischen Dateien getestet. Eine kryptografische ARC-Prüfung braucht einen ARC-fähigen Prüfer; das Lesen der Felder ersetzt sie nicht.
ARC ist eine Vertrauensentscheidung des Empfängers
Die Spezifikation erlaubt Empfängern, ARC-Ergebnisse in ihre lokale Entscheidung einzubeziehen; sie verlangt es nicht. Wörtlich: Ein DMARC-Prüfer „MAY choose to accept the authentication assessments provided by an Authenticated Received Chain“ – als Frage der lokalen Policy. Zugleich sollen Empfänger jeden Sealer mit Vorsicht behandeln, damit Angreifer nicht eigene Spam- oder Betrugsnachrichten versiegeln, um deren Zustellung zu erleichtern. RFC 8617, Abschnitte 7.2.1 und 9.4
DMARC selbst lässt die endgültige Behandlung jeder Nachricht beim Empfänger. RFC 9989 formuliert für p=reject: „Mail Receivers MUST NOT reject incoming messages solely on the basis of a "p=reject" policy by the sending domain.“ Fehlen weitere Erkenntnisse, müssen Empfänger solche Fehlschläge wie p=quarantine behandeln. Weicht ein Empfänger von der veröffentlichten Policy ab, soll er Tatsache und Grund im Aggregatbericht angeben. RFC 9989, Abschnitte 5.3.6, 5.4 und 7.4
Wie Empfänger ARC tatsächlich verwerten, ist deshalb unterschiedlich und nur dort belegt, wo sie es dokumentieren:
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| Empfängerseite | Dokumentiertes Verhalten | Grenze |
|---|---|---|
| Microsoft 365 | Administratoren tragen Signierdomains (d= aus ARC-Seal) als vertrauenswürdige ARC-Sealer ein. Deren ARC-Ergebnis kann dann Authentifizierungsfehler durch Veränderungen unterwegs übersteuern; die endgültige Einordnung erfolgt über die zusammengesetzte Authentifizierung (compauth). | Ist keine Zusage für die Umgehung anderer Filterentscheidungen oder die Zustellung. Microsoft rät, nur tatsächlich genutzte und vertrauenswürdige Dienste einzutragen. |
| Rspamd (selbst betrieben) | Eine gültige Kette ist ein Bewertungssymbol (ARC_ALLOW, Standardwert −1,0). Vertrauenswürdige Weiterleiter pflegen Sie in einer eigenen Liste (whitelisted_signers_map); nur für sie wird die DMARC-Bewertung angepasst. | Wirkung hängt von Ihrer Konfiguration und Gesamtbewertung ab. |
| Gmail | Google beschreibt ARC als Information über die frühere Authentifizierung weitergeleiteter Nachrichten: Meldet ARC einen früheren Fehlschlag, kann Gmail eine Nachricht trotz aktuell bestandenem SPF oder DKIM als nicht authentifiziert behandeln. | Das ist weder eine Zusage, jeden ARC-Sealer zu akzeptieren, noch eine Zustellgarantie. Die eigene Prüfung und Empfängerpolicy bleiben maßgeblich. |
| Andere Empfänger | Eigene, häufig nicht veröffentlichte Regeln. | RFC 9989 hält fest, dass sich ARC bis zu seiner Veröffentlichung im Mai 2026 nicht breit durchgesetzt hat. |
Quellen: Microsoft Learn: Configure trusted ARC sealers, Rspamd: ARC module, Gmail: Authentifizierung prüfen, Gmail: Best practices for forwarding email to Gmail, Gmail: Email sender guidelines, RFC 9989, Abschnitt 7.4.
In DMARC-Aggregatberichten sehen Sie eine solche Ausnahme nicht an den Ergebnisfeldern für DKIM und SPF: Sie müssen die für DMARC ausgewerteten Werte zeigen, nicht die Werte, mit denen der Empfänger übersteuert hat. Ist das Alignment gescheitert und weicht die angewandte Behandlung von der veröffentlichten Policy ab, muss der Bericht ein reason-Element enthalten. Zulässige Typen sind local_policy, mailing_list, trusted_forwarder, policy_test_mode und other; RFC 8617 schlägt für ARC-bedingte Ausnahmen local_policy mit einem Kommentar zu den Sealern vor. Ein Kommentar ist Freitext und kann fehlen. RFC 9990, Abschnitte 3.1.1.9 und 3.1.6, RFC 8617, Abschnitt 7.2.2
<record>
<row>
<source_ip>198.51.100.25</source_ip>
<count>3</count>
<policy_evaluated>
<disposition>none</disposition>
<dkim>fail</dkim>
<spf>fail</spf>
<reason>
<type>local_policy</type>
<comment>arc=pass as[1].d=lists.example.net as[1].s=arc2026</comment>
</reason>
</policy_evaluated>
</row>
<identifiers>
<header_from>example.com</header_from>
</identifiers>
<auth_results>
<dkim>
<domain>example.com</domain>
<selector>sel2026</selector>
<result>fail</result>
</dkim>
<dkim>
<domain>lists.example.net</domain>
<selector>list2026</selector>
<result>pass</result>
</dkim>
<spf>
<domain>lists.example.net</domain>
<result>pass</result>
</spf>
</auth_results>
</record>Der erfundene Ausschnitt gehört zu einem Bericht über example.com mit p=reject. Er zeigt drei Nachrichten der Liste, die der Empfänger trotz DMARC-Fehlschlag angenommen hat (disposition none), und nennt als Grund seine lokale Policy. In einen vollständigen synthetischen Bericht eingebettet, ließ er sich lokal gegen das XML-Schema aus RFC 9990 prüfen. Er ist kein echter Bericht. Wie Sie Aggregatberichte insgesamt auswerten, erklärt das DMARC-Kapitel.
Standardstand: Experimental, Historic-Vorschlag und DKIM2
- RFC 8617 wurde im Juli 2019 veröffentlicht. Er ist ausdrücklich kein Standards-Track-Dokument, sondern „published for examination, experimental implementation, and evaluation“. Die Erratensuche zeigt die technischen Meldungen 7910 (Whitespace-Grammatik) und 8357 (fehlende SMTP-Referenz), beide nur „Reported“. Sie werden nicht als beschlossene Normkorrekturen übernommen. RFC 8617, Datatracker
- draft-ietf-dmarc-arc-to-historic-00 ist seit dem 22. April 2026 ein Dokument der DMARC-Arbeitsgruppe, bislang nur in dieser ersten Revision. Der Datatracker zeigt keinen weiteren Verfahrensschritt; ohne neue Revision läuft der Entwurf am 24. Oktober 2026 aus. Er erklärt das Experiment für beendet: Betreiber sollen sich künftig nicht auf ARC verlassen, keine weiteren Internet-weiten Einsätze aufbauen und bestehende Einsätze zurückbauen oder auf kontrollierte Umgebungen mit zweiseitiger Absprache beschränken. RFC 8617 soll als „Historic“ markiert werden. Als Kernlehre nennt der Entwurf, dass Signaturen kein Vertrauen schaffen: Ohne belastbare Reputation für jede Zwischenstation lässt sich DMARC nicht sicher übersteuern. Datatracker: draft-ietf-dmarc-arc-to-historic
- RFC 9989 vom Mai 2026 nennt ARC als bekanntestes Beispiel für Versuche, Mailinglisten ohne Umschreiben des
From-Felds DMARC-tauglich zu machen, und hält fest, dass keiner dieser Ansätze breit genutzt wird. RFC 9989, Abschnitt 7.4 - DKIM2 wird in der DKIM-Arbeitsgruppe entwickelt. Aktive Arbeitsgruppenentwürfe sind
draft-ietf-dkim-dkim2-spec-06vom 28. August 2026,draft-ietf-dkim-dkim2-dns-00vom 20. Juli 2026 unddraft-ietf-dkim-dkim2-bcp-01vom 9. September 2026; der Motivationsentwurf ist abgelaufen. Es gibt keinen RFC und keinen zugesagten Zeitplan, also noch keinen verabschiedeten Standard als fertigen Ersatz. Datatracker: DKIM-Arbeitsgruppe
Was daraus für Ihre Entscheidung folgt, ist eine Einordnung, keine Normaussage:
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| Ihre Rolle | Einordnung |
|---|---|
| Sie betreiben ein Gateway vor Ihrem Postfachdienst. | Wenn Ihr Postfachdienst dem ARC-Siegel Ihres eigenen Gateways vertraut, ist das eine lokal konfigurierte, zweiseitige Vertrauensbeziehung. Das ist der Einsatz, den auch der Historic-Entwurf als verbleibend beschreibt. Prüfen Sie zusätzlich die Mittel Ihrer Plattform, etwa bei Microsoft 365 das Enhanced Filtering, und halten Sie die Entscheidung fest. |
| Sie betreiben eine Weiterleitung oder Mailingliste. | Ein ARC-Siegel ist optional. Rechnen Sie nicht damit, dass Empfänger es verwerten, und setzen Sie zuerst die Maßnahmen im nächsten Abschnitt um. |
| Sie versenden nur. | Nichts zu veröffentlichen. Entscheidend sind ausgerichtete DKIM-Signaturen. |
| ARC ist bei Ihnen bereits aktiv. | Nicht überstürzt abschalten, aber auch nicht als strategische Lösung ausbauen. Verfolgen Sie den Stand des Entwurfs und von DKIM2 an den verlinkten Primärquellen. |
Weiterleitungen und Mailinglisten: was tatsächlich hilft
Für Domains mit p=reject verlangt RFC 9989: Sie „MUST NOT rely solely on SPF to secure a DMARC pass and MUST apply valid DKIM signatures to their messages“. Grund ist gerade die Weiterleitung, bei der SPF scheitert, DKIM aber meist erhalten bleibt. Für Domains, deren Nutzer an Mailinglisten teilnehmen, rät der RFC von p=reject ab. Wie Sie eine strengere Policy dennoch schrittweise einführen, beschreibt das Kapitel DMARC-Enforcement. RFC 9989, Abschnitt 7.4
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| Maßnahme | Wirkung | Grenze |
|---|---|---|
| Nachrichten unverändert weiterleiten | Die DKIM-Signatur der Absenderdomain bleibt in der Regel gültig; DMARC kann darüber bestehen. | SPF der Absenderdomain scheitert, wenn der Envelope-Absender unverändert bleibt. |
| Envelope-Absender auf die eigene Domain umschreiben (etwa nach dem Sender Rewriting Scheme, SRS) | SPF kann für die weiterleitende Domain bestehen; Unzustellbarkeitsnachrichten erreichen die weiterleitende Stelle. Google empfiehlt diesen Schritt für Weiterleitungen an Gmail. | Das SPF-Ergebnis ist nicht zur sichtbaren Absenderdomain ausgerichtet. Für DMARC bleibt DKIM entscheidend. |
| Signierte Bestandteile nicht verändern | Kein Betreff-Präfix, keine Fußzeile, kein MIME-Umbau, keine Umkodierung – dann bleibt DKIM intakt. | Schränkt manche Listenfunktionen ein. |
| Mailingliste mit eigener Absenderadresse | Die Liste schreibt das From-Feld auf eine eigene Adresse um und signiert mit ihrer Domain. Das ist laut RFC 9989 die etablierte Umgehung. | Empfänger sehen die Liste als Absender; die ursprüngliche Adresse steht nur noch im Anzeigenamen oder in nicht authentifizierten Zusatzfeldern. |
| ARC-Set hinzufügen | Empfänger können das Eingangsergebnis der Station nachvollziehen. | Wirkt nur bei Empfängern, die ARC auswerten und Ihnen vertrauen. Der Historic-Entwurf rät von neuen Internet-weiten Einsätzen ab. |
Quellen: RFC 7208, Anhang D, RFC 7960, Abschnitte 2.2 und 4.1.3, RFC 6376, Anhang B.2, RFC 9989, Abschnitt 7.4, Gmail: Best practices for forwarding email to Gmail.
Aliasdienste, Hochschul- oder Verbandsadressen haben meist keine Beziehung zur Absenderdomain. Lösungen dürfen deshalb nicht voraussetzen, dass jeder Absender jede weiterleitende Stelle kennt oder in seinen SPF-Record aufnimmt. RFC 7960, Abschnitt 3.2.1
Secure Email Gateway: ein Filter im Mailweg
Ein Secure Email Gateway prüft die Nachrichten, die tatsächlich durch es geleitet werden. Je nach Produkt, Lizenz und Konfiguration gehören dazu Spam- und Schadsoftwareprüfung, Link- und Anhangsanalyse, Quarantäne und Regeln für ausgehende Nachrichten. SPF, DKIM und DMARC prüfen dagegen die Autorisierung und Ausrichtung von Domains, nicht die Identität einer Person oder die Unbedenklichkeit von Inhalten. Beide Aufgaben ergänzen sich.
Filter werden unterschiedlich eingebunden:
- Vor dem Postfachdienst: Die MX-Records zeigen auf das Gateway, das Nachrichten nach der Prüfung an den Postfachdienst weitergibt. Diese Bauart behandelt der nächste Abschnitt im Detail.
- Hinter dem Postfachdienst: Die MX-Records zeigen weiter auf den Postfachdienst, der eingehende Nachrichten zum Filter und zurück leitet. Microsoft beschreibt diese Bauart als eigenes Szenario mit eigenen Herausforderungen. Microsoft Learn: Mail flow with a third-party cloud service
- Über eine Programmierschnittstelle: Manche Produkte greifen nach der Zustellung auf Postfächer zu. Sie verändern keine MX-Records und sind im DNS nicht erkennbar.
- Integriert: Große Postfachdienste bringen eigene Filterfunktionen mit, deren Umfang von Tarif und Einstellungen abhängt.
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| Mögliche Funktion | Was sie leisten kann | Was Sie dazu prüfen sollten |
|---|---|---|
| Spam- und Phishingfilter | Nachrichten anhand von Absender, Inhalt, Links und Reputation einstufen. | Fehlalarme und Durchlässe anhand eigener Beispiele und Protokolle, nicht anhand von Werbequoten. |
| Schadsoftwareprüfung und Sandbox | Anhänge untersuchen, gegebenenfalls in einer isolierten Umgebung ausführen. | Welche Dateitypen erfasst werden, wie mit verschlüsselten Archiven verfahren wird. |
| Link-Umschreibung | Links durch Prüfadressen ersetzen und beim Klick erneut bewerten. | Die Änderung macht DKIM-Signaturen ungültig, die den Body abdecken; Folgen für interne Weiterleitungen. |
| Hinweisbanner und Fußzeilen | Externe oder verdächtige Nachrichten sichtbar kennzeichnen. | Auch das verändert die Nachricht und kann DKIM brechen. |
| Regeln für ausgehende Nachrichten | Inhalte oder Empfänger vor dem Versand prüfen. | Nur wirksam, wenn der ausgehende Weg tatsächlich über das Gateway führt. |
| Erkennung von Imitationen | Ähnliche Domains und vorgetäuschte Anzeigenamen markieren. | Ergänzt DMARC, ersetzt es nicht. |
Quellen für die Änderungsfolgen: RFC 8617, Abschnitt 7.1.1, RFC 7960, Abschnitt 3.2.5.
Gateway vor dem Postfach: Mailfluss, Umgehung und Authentifizierung
Mit einem vorgeschalteten Gateway ändert sich, wer Nachrichten aus dem Internet annimmt und wo Authentifizierung sinnvoll geprüft werden kann. Die folgenden Punkte gelten unabhängig vom Anbieter; wo ein Hersteller konkrete Einstellungen dokumentiert, ist er genannt.
MX-Umstellung und Übergang
Die MX-Records der Domain zeigen auf das Gateway; das Gateway kennt die angenommenen Domains und liefert an den Postfachdienst weiter. Planen Sie die Umstellung mit beiden Betreibern und halten Sie den bisherigen Empfang bereit, bis der neue Weg nachweislich funktioniert. Veröffentlichen Sie MTA-STS, müssen die mx-Einträge Ihrer Policy die Gateway-Hosts abdecken, und die alte Policy soll während des Übergangs weiter funktionieren. Ein Backup-MX muss dieselben Filter durchsetzen, weil jeder veröffentlichte MX direkt angesprochen werden kann. RFC 8461, Abschnitte 4.1 und 8.1, MTA-STS einführen, MX-Infrastruktur
Verwenden Sie DANE auf dem Weg zum Postfachdienst, muss das Gateway die Prüfung unterstützen. Microsoft weist für Exchange Online ausdrücklich darauf hin, dass eingehendes SMTP-DANE mit DNSSEC bei einem Drittanbieter-Gateway nur den Weg vom Gateway zu Exchange Online schützt, wenn das Gateway die DANE-Prüfung beherrscht. Dort gibt es seitdem auch MX-Namen auf mx.microsoft neben dem älteren mail.protection.outlook.com. Microsoft Learn: How SMTP DANE secures email
Direktzustellung am Gateway vorbei verhindern
Der Empfangsserver des Postfachdienstes bleibt aus dem Internet erreichbar, und sein Name ist oft ableitbar. Bei Microsoft 365 folgt er etwa dem Muster <Domain>-com.mail.protection.outlook.com. Nimmt der Postfachdienst Nachrichten von beliebigen Absendern an, können Angreifer das Gateway umgehen und direkt dort einliefern. Microsoft Learn: Direct Send und SMTP-Relay
- Microsoft 365: Microsoft empfiehlt, die Organisation so abzusichern, dass sie nur Nachrichten vom Drittanbieterdienst annimmt: über einen eingehenden Partner-Connector, der an das Zertifikat (bevorzugt) oder die IP-Adressen des Gateways gebunden ist. Direkt eingelieferte Nachrichten werden dann abgelehnt. Die Einstellung
RejectDirectSendwirkt enger: Sie weist anonyme Nachrichten mit einer eigenen akzeptierten Domain im Envelope-Absender ab, die zu keinem Connector passen. Microsoft Learn: Mail flow with a third-party cloud service, Microsoft Learn: Set-OrganizationConfig - Google Workspace: Die Einstellung „Reject all mail not from gateway IPs“ beschränkt den Empfang auf die eingetragenen öffentlichen Gateway-Adressen; „Require TLS for connections“ verlangt TLS für diesen Weg. Google weist zugleich ausdrücklich darauf hin, dass Gmail die DMARC-Policy des Absenders für über das konfigurierte Inbound-Gateway eintreffende Nachrichten nicht durchsetzt. Authentifizierungsdaten fließen weiterhin in die Spam- und Phishingbewertung ein. Diese Entscheidung muss zur Prüfung auf Ihrem Gateway passen. Google: Inbound mail gateway
- Eigener Server: Beschränken Sie die Annahme auf Port 25 für die betroffenen Domains auf die Adressen des Gateways, per Firewall oder MTA-Regel.
Alte Relay- und Weiterleitungsfreigaben am Gateway sowie verwaiste DNS-Verweise sind eine verwandte Angriffsfläche; der Abschnitt Echospoofing und SubdoMailing ordnet sie ein.
Authentifizierung an der Grenze prüfen
Hinter dem Gateway sieht der Postfachdienst die IP-Adresse des Gateways als Quelle der SMTP-Verbindung; die Absenderfelder der Nachricht sind davon getrennt. Microsoft beschreibt das so: Die Nachricht übernimmt die Quelladresse der letzten Station vor Microsoft 365; das sei keine Einschränkung von Microsoft 365, sondern die Arbeitsweise von SMTP. Eine SPF-Prüfung gegen diese Adresse sagt über den ursprünglichen Absender nichts aus. RFC 7208 sieht die Prüfung deshalb an den Grenz-MTAs vor, einschließlich aller sekundären MX; an anderer Stelle liefert sie laut RFC wahrscheinlich unzuverlässige Ergebnisse. Microsoft Learn: Enhanced Filtering for Connectors, RFC 7208, Anhang F
Verändert das Gateway Nachrichten – Banner, Link-Umschreibung, entfernte Anhänge –, scheitert danach zusätzlich die ursprüngliche DKIM-Signatur. Ohne Gegenmaßnahme kann der Postfachdienst legitime Nachrichten deshalb als DMARC-Fehlschlag oder Fälschung einstufen. Dafür gibt es zwei dokumentierte Wege:
- Ergebnis des Gateways weitergeben: Das Gateway prüft SPF, DKIM und DMARC, bevor es etwas verändert, und versiegelt die Nachricht mit ARC. Der Postfachdienst vertraut diesem Siegel, bei Microsoft 365 über den Eintrag als vertrauenswürdiger ARC-Sealer. Genau diesen Einsatz beschreibt RFC 8617 für Prüfdienste, die MX-Records auf sich umleiten lassen. RFC 8617, Abschnitt 7.1.1
- Die Gateway-Adresse überspringen: Microsoft 365 bietet dafür „Enhanced Filtering for Connectors“ (auch Skip Listing). Die Funktion bewahrt nach Microsoft-Angaben die ursprüngliche Quelladresse und gleicht DKIM-Fehler durch Veränderungen aus. Microsoft empfiehlt sie ausdrücklich für Gateways, die kein ARC unterstützen, und rät davon ab, die Spamfilterung für Gateway-Adressen pauschal abzuschalten: Viele Filteranbieter teilen Adressen mit vielen Kunden, sodass eine Ausnahme auch gefälschte Nachrichten von dort durchlassen könnte. Microsoft Learn: Mail flow with a third-party cloud service
Mit dem Gateway verschiebt sich auch die Vertrauensgrenze für Authentication-Results. Ein vom Anbieter betriebenes Gateway kann innerhalb Ihrer Vertrauensgrenze liegen, wenn Sie es so einrichten; RFC 8601 nennt ausdrücklich Systeme, die ein Dienstleister in seinem Rechenzentrum betreibt. Legen Sie fest, welches System welche Ergebnisse schreibt und welches Feld Ihre Administration auswertet. Felder mit Ihrer Kennung, die von außen kommen, muss das annehmende System entfernen. RFC 8601, Abschnitte 1.2 und 5
Der ausgehende Weg
Ob ausgehende Nachrichten über das Gateway laufen, ist eine eigene Entscheidung. Nur wenn sie es tun, gehört das Gateway in den SPF-Record; Microsoft formuliert das für Microsoft 365 ausdrücklich so. Verändert das Gateway ausgehende Nachrichten, etwa durch eine Signatur oder einen Hinweistext, muss die DKIM-Signatur danach entstehen: durch das Gateway selbst mit einer ausgerichteten Domain oder durch einen Aufbau, in dem nach der Signatur nichts mehr verändert wird. RFC 6376 verlangt von verändernden Stationen wie Mailinglisten ausdrücklich, Änderungen vor dem erneuten Signieren vorzunehmen. Microsoft Learn: Mail flow with a third-party cloud service, RFC 6376, Abschnitt 5.4, SPF, DKIM
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| Prüfpunkt | Risiko bei Fehlern | Wie Sie ihn belegen |
|---|---|---|
| MX-Records zeigen nur auf die vorgesehenen Gateway-Hosts | Nachrichten erreichen den Postfachdienst ungefiltert. | DNS-Abfrage mit vollständiger Antwort; Vergleich mit den Vorgaben des Gateway-Betreibers. |
| Postfachdienst nimmt nur vom Gateway an | Direkte Einlieferung am Gateway vorbei. | Connector- oder MTA-Konfiguration; abgestimmter Versuch von einem eigenen externen System. |
| Authentifizierung wird an der Grenze ausgewertet | Falsche SPF-, DKIM- und DMARC-Ergebnisse, Fehleinstufungen. | Kopfzeilen einer eigenen Testnachricht: Ergebnis des Gateways, ARC-Siegel, Auswertung im Postfachdienst. |
| ARC-Signierdomain und vertrauenswürdige Sealer passen zusammen | Kein Übersteuern oder Vertrauen in falsche Domains. | d= im ARC-Seal einer Testnachricht mit der Konfiguration vergleichen. |
| Ausgehender Weg und SPF/DKIM stimmen überein | Ausgehende Nachrichten scheitern an DMARC. | Eigene Testnachricht an ein externes Postfach; Authentication-Results dort lesen. |
| MTA-STS-Policy und Backup-MX passen zum neuen Weg | Zustellverzögerung oder ungefilterter Nebenweg. | Policydatei und MX-Satz gemeinsam prüfen. |
Die folgende DNS-Abfrage zeigt, welche MX-Ziele Ihre Domain veröffentlicht. Sie wurde für dieses Kapitel nicht ausgeführt; Namen und Ausgabe sind Beispiele.
dig +short MX example.com
# Beispielausgabe (erfunden):
# 10 mx1.gateway.example.net.
# 20 mx2.gateway.example.net.Die Ausgabe beantwortet nur, welche Ziele Sender verwenden sollen. Ob der Postfachdienst zusätzlich direkt annimmt, ob gefiltert wird und ob Ihre Nachrichten korrekt authentifiziert ankommen, zeigen Konfiguration und eigene Testnachrichten. Sofern der E-Mail Security Check eine private Testmail anbietet, zeigt sie SPF-, DKIM- und DMARC-Befunde dieser einen Nachricht; eine ARC-Auswertung gehört nicht dazu.
Schematische Erklärung · keine Messung
Gatewaywirkung braucht einen kontrollierten Mailweg
Die MX-Ziele zeigen auf das Gateway. Der Postfachdienst beschränkt seine Annahme auf den vorgesehenen vorgeschalteten Weg.
Eingehender Hauptweg
- Internet → Gateway
SPF gegen den tatsächlichen Sender sowie DKIM und DMARC vor Änderungen prüfen.
-
Weitergabe nach Prüfung und gegebenenfalls Änderung
Gateway → PostfachdienstÄnderungen vor der ARC-Versiegelung abschließen. ARC nur bei eingerichteter Plattformunterstützung und Vertrauen verwerten.
-
Postfachdienst sieht zunächst das Gateway als SMTP-Gegenüber
Beschränkte AnnahmeZertifikat oder Adresse dem Gateway zuordnen; Plattformfunktionen und Vertrauensgrenze ausdrücklich konfigurieren.
Direktweg am Gateway vorbei
- Internet → Postfachdienst
Ein Angreifer kennt das direkte Ziel trotz geänderter MX-Records.
-
Direktverbindung getrennt behandeln
AnnahmebeschränkungBei wirksamer Beschränkung: abweisen. Fehlt sie, ist ein Bypass ohne Gateway-Prüfung möglich.
Ausgehender Weg
- Eigener Versand → Gateway
Nur tatsächlicher Ausgangsversand begründet dessen SPF-Autorisierung.
-
Ausgangsroute gesondert konfigurieren
Gateway → EmpfängerÄnderungen an signierten Inhalten vor der maßgeblichen DKIM-Signatur abschließen.
Gatewaywirkung setzt den tatsächlichen Mailweg und eine beschränkte Annahme voraus. Der Aufbau ist ein Beispiel, kein Anbietertest.
Vollständige Beschreibung des Ablaufs
Ein Sender im Internet fragt die MX-Records von example.com ab und erhält die Gateway-Hosts mx1.gateway.example.net und mx2.gateway.example.net. Er liefert an das Gateway. Das Gateway prüft SPF gegen die tatsächliche Adresse des Senders sowie DKIM und DMARC, bevor es die Nachricht verändert, zum Beispiel durch einen Hinweisbanner oder umgeschriebene Links. Danach gibt es die Nachricht an den Postfachdienst weiter und fügt ein ARC-Set mit seiner eigenen Signierdomain hinzu. Der Postfachdienst sieht als verbindenden SMTP-Server das Gateway. Er nimmt nur Verbindungen an, die über Zertifikat oder Adresse dem Gateway zugeordnet sind, und verwertet das Eingangsergebnis des Gateways nur, weil es als vertrauenswürdiger Sealer eingetragen ist oder eine Plattformfunktion die Gateway-Adresse überspringt. Ein zweiter, gestrichelter Weg führt direkt vom Internet zum Empfangsserver des Postfachdienstes; er endet mit einer Abweisung, weil die Annahme auf das Gateway beschränkt ist. Fehlt diese Beschränkung, erreicht die Nachricht das Postfach ohne Gateway-Prüfung. Ein kleiner Nebenstrang zeigt den ausgehenden Weg: Nur der ausgehende Weg über das Gateway begründet dessen SPF-Autorisierung für diesen Versand. Änderungen an signierten Inhalten müssen vor der maßgeblichen DKIM-Signatur abgeschlossen sein. Die Abbildung erklärt einen Aufbau mit erfundenen Namen; sie ist keine Messung und keine Aussage über einen bestimmten Anbieter.
Ein Gateway auswählen: Prüffragen statt Markenlisten
Dieses Kapitel nennt keine Anbieterlisten, Marktanteile oder Eigentümerverhältnisse. Solche Angaben ändern sich schnell und belegen nichts über die Schutzwirkung einer konkreten Installation. Anbieterklassifikationen in Marktstudien und Marktanteile sind verschiedene Größen; eine Studie ist nur mit Datum, betrachteten Produkten und Methodik einzuordnen. Abwehrquoten sind nur zusammen mit Testaufbau, Angriffsauswahl, Produktversion, Konfiguration und Fehlalarmrate aussagekräftig. Unternehmenssitz und Eigentümer sind Informationen für den Vertrag, aber weder ein Schutznachweis noch ein Konformitätsbeleg.
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| Frage an das Angebot | Warum sie zählt | Beleg, den Sie verlangen können |
|---|---|---|
| Welche Funktionen brauchen wir, und wie wird ihre Wirkung nachgewiesen? | Funktionen hängen von Produkt, Lizenz und Konfiguration ab. | Beschreibung der gebuchten Funktionen, Konfigurationsstand, Testberichte mit Methodik. |
| Vor, hinter oder neben dem Postfachdienst? | Die Bauart bestimmt MX-Records, Umgehungsrisiko und die Erfassung interner Nachrichten. | Architekturbeschreibung des Anbieters für Ihren Postfachdienst. |
| Feste Adressen oder Zertifikate für die Annahmebeschränkung? | Ohne feste Merkmale lässt sich die Direktzustellung schwer sperren. | Dokumentierte Adressbereiche oder Zertifikatsnamen. |
| Versiegelt das Gateway mit ARC, und mit welcher Signierdomain? | Voraussetzung für den Eintrag als vertrauenswürdiger Sealer. | Kopfzeilen einer Testnachricht. |
| Welche Veränderungen nimmt es vor? | Banner, Link-Umschreibung und Anhangsbehandlung wirken auf DKIM und auf die Nutzer. | Einstellungen und Testnachrichten. |
| Wie läuft der ausgehende Weg? | SPF, DKIM und DMARC müssen dazu passen. | Einrichtungsanleitung, eigene Testnachricht. |
| Welche Protokolle und Quarantänefunktionen gibt es? | Fehlentscheidungen müssen sich untersuchen lassen. | Beispielprotokoll, Aufbewahrungsdauer. |
| Wie werden Nachrichten verarbeitet, wo und mit welchen Zugriffen? | Vertrags- und Datenschutzfragen haben einen eigenen Prüfweg. | Vertragsunterlagen; siehe Compliance und Dokumentation. |
| Wie sieht der Ausstieg aus? | Verbleibende MX-Records, Connectoren, Relay-Freigaben und Sealer-Einträge werden sonst zu Altlasten. | Rückbauplan. |
Eigene Weiterleitung oder Mailingliste: ARC nur mit klarem Zweck
Betreiben Sie selbst eine Weiterleitung, eine Mailingliste oder ein Gateway, prüfen Sie zuerst die Maßnahmen aus dem Abschnitt Weiterleitungen und Mailinglisten. Eine ARC-Signierung ergänzt sie; sie ersetzt keine davon. Bevor Sie erstmals versiegelte Nachrichten versenden, veröffentlichen und prüfen Sie den zugehörigen öffentlichen Schlüssel. Im laufenden Nachrichtenfluss gilt diese Reihenfolge:
- Beim Eingang prüfen. SPF, DKIM und DMARC der eingehenden Nachricht auswerten und in einem
Authentication-Resultsmit Ihrer eigenen Kennung festhalten. Daraus entsteht das AAR. - Verändern und signieren. Alle Änderungen einschließlich einer eigenen DKIM-Signatur müssen vor dem Versiegeln abgeschlossen sein.
- Zuletzt versiegeln. Das ARC-Set mit der nächsten Instanznummer hinzufügen. Enthält die Nachricht bereits eine Kette, deren jüngstes Siegel
cv=failträgt, wird nicht weiter versiegelt. - Schlüsselbetrieb erhalten. ARC verwendet dieselbe Schlüsselveröffentlichung wie DKIM unter
<Selektor>._domainkey.<Signierdomain>. Der Selektorname ist frei wählbar; ein Namearcist nicht vorgeschrieben. Die Spezifikation stellt keine Anforderungen an Selektoren und Domains der Siegel. - Testen und dokumentieren. Prüfen Sie Ergebnisse an Empfangssystemen, die Sie selbst kontrollieren, und nennen Sie Empfängern, die Ihnen vertrauen wollen, die Signierdomain.
Quellen: RFC 8617, Abschnitte 4.1.2, 4.1.3 und 5.1.
Zum Stand verbreiteter Implementierungen, wie er am 27. September 2026 in deren Dokumentation nachzulesen war:
- OpenARC: Die Weiterentwicklung findet im Projekt flowerysong/OpenARC statt. Dessen Änderungsprotokoll nennt Version 1.3.0 vom 29. Oktober 2025 und beschreibt ab Version 1.0.0 vom Oktober 2024 die Änderungen gegenüber dem letzten Release des Trusted Domain Project. Die README bezeichnet ARC als weiterhin experimentell und das Paket als Angebot für Betreiber, die am Experiment teilnehmen wollen. Welche Version Ihre Distribution ausliefert, prüfen Sie dort selbst. OpenARC: CHANGELOG, OpenARC: README
- Exim: Seit Version 4.91 gibt es eine experimentelle ARC-Unterstützung, die beim Bauen aktiviert werden muss (
EXPERIMENTAL_ARC). Die Exim-Dokumentation verweist dafür noch auf den ARC-Entwurf 11 und vermerkt, dass ein Abgleich mit RFC 8617 aussteht. Exim: NewStuff, Exim: experimental-spec.txt - Rspamd: Das ARC-Modul prüft und signiert laut Dokumentation seit Version 1.6. Mailcow bringt Rspamd als Filterkomponente mit. Rspamd: ARC module, Mailcow-Dokumentation
Was der E-Mail Security Check zu ARC und Gateways erhebt
Der E-Mail Security Check liest öffentliche DNS-Daten Ihrer Domain. Zu ARC und Gateways liefert er ausschließlich Hinweise ohne Punktgewicht; sie verändern die Note nicht, und ein fehlender Hinweis ist kein Mangel.
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| Hinweis | Was der Check erhebt | Was er nicht erhebt |
|---|---|---|
| ARC | Eine TXT-Abfrage genau am Namen arc._domainkey.<Ihre Domain>. Enthält die Antwort DKIM-ähnliche Angaben (v=DKIM1 oder p=), meldet er einen Selektorhinweis. Sonst kann eine MX-Zuordnung zu einer Plattform, für die er mögliche ARC-Funktionen hinterlegt hat, einen Anbieterhinweis ergeben. | Keine Nachricht, keine ARC-Kopfzeile, keine Signatur, keine Kette, keine Vertrauensbewertung, keine anderen Selektornamen. Der Name arc ist nicht vorgeschrieben; ein Treffer beweist weder einen gültigen Schlüssel noch tatsächliches Versiegeln. |
| Gateway | Ein Vergleich der Namen Ihrer veröffentlichten MX-Ziele mit einer Liste bekannter Gateway-Muster; gemeldet wird der erste Treffer in der Reihenfolge der MX-Präferenz. | Keine Lizenz, keine aktiven Filter, keine Wirkung, kein tatsächlicher Mailfluss, keine Annahmebeschränkung am Postfachdienst, keine gesonderte Bewertung von Backup-MX. API-basierte, eigene oder nicht gelistete Filter bleiben unerkannt. |
| DNS-Fehler | Eine Abfrage ohne abschließende Antwort bleibt offen. | Kein Nachweis, dass ARC oder ein Gateway fehlt. |
Ältere gespeicherte Ergebnisse können ARC noch mit damaligen Punkten zeigen; sie behalten ihren gespeicherten Maßstab und sind ebenfalls kein Nachweis einer geprüften Nachrichtenkette.
Im kostenlosen E-Mail Security Check können Sie eine eigene beziehungsweise autorisierte Domain ohne Registrierung untersuchen; den genauen Prüfumfang beschreibt die Checkseite. Für die Fragen dieses Kapitels – Vertrauen in einen Sealer, Beschränkung der Annahme, Wirkung eines Filters – brauchen Sie zusätzlich die Konfiguration Ihrer Systeme und eigene Testnachrichten.
Typische Fehlerbilder und nächste Schritte
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| Beobachtung | Mögliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Seit Einführung des Gateways landen legitime Nachrichten im Spam oder scheitern an DMARC. | Der Postfachdienst prüft gegen die Gateway-Adresse; das Gateway verändert Nachrichten. | Gateway-Ergebnis per ARC mit vertrauenswürdigem Sealer weitergeben oder die Plattformfunktion zum Überspringen der Gateway-Adresse einrichten; Veränderungen prüfen. |
arc=fail im Ergebnis Ihres Systems | Eine Station hat nach dem Versiegeln verändert, ein Schlüssel war nicht abrufbar, oder die Kette ist unvollständig. | cv-Werte und Instanzen durchgehen; bei eigenen Systemen das Versiegeln ans Ende verlegen; Schlüsselveröffentlichung prüfen. |
arc=pass, aber keine Übersteuerung (bei Microsoft 365 etwa oda=0) | Der Sealer ist nicht als vertrauenswürdig eingetragen oder eine falsche Domain wurde eingetragen. | d= im ARC-Seal mit der Konfiguration vergleichen; nur den tatsächlich genutzten Dienst eintragen. |
arc=none bei einer weitergeleiteten Nachricht | Die Zwischenstation versiegelt nicht. | Beim Betreiber nachfragen; alternative Maßnahmen für Weiterleitungen nutzen. |
Trotz arc=pass im Spam | ARC betrifft nur die Authentifizierung, nicht die Inhaltsbewertung. | Spamentscheidung getrennt untersuchen. |
| Phishing erreicht Postfächer ohne Gateway-Spuren in den Kopfzeilen | Direkte Einlieferung am Gateway vorbei, alter oder zusätzlicher MX, offene Relay-Freigabe. | Annahme auf das Gateway beschränken; MX-Satz und Connectoren prüfen. |
Weitergeleitete Nachrichten von Absendern mit p=reject werden abgewiesen. | SPF scheitert bei Weiterleitung, DKIM durch Veränderungen. | Unverändert weiterleiten, Envelope-Absender umschreiben; bei Listen das From-Feld der Liste verwenden. |
| Ausgehende Nachrichten scheitern nach der Umstellung an DMARC. | Gateway fehlt im SPF-Record, oder seine Änderung bricht die DKIM-Signatur. | SPF nur bei ausgehendem Weg über das Gateway ergänzen; nach der letzten Änderung signieren. |
| Der Check zeigt keinen Gateway-Hinweis, obwohl ein Gateway arbeitet. | Das Muster fehlt in der Liste, eigene Hostnamen oder API-Anbindung. | Kein Mangel; Aufbau selbst dokumentieren. |
| Der Check zeigt einen Gateway-Hinweis, obwohl der Vertrag beendet ist. | Verbliebene MX-Records. | MX-Satz bereinigen und die Annahme am Postfachdienst prüfen. |
Nachweise und Dokumentation richtig begrenzen
Halten Sie für ein Gateway fest: MX-Satz mit Zeitpunkt, Weiterleitungsziel, Annahmebeschränkung am Postfachdienst, eingetragene ARC-Sealer mit ihrer Signierdomain oder die Einstellung zum Überspringen der Gateway-Adresse, die Veränderungen an Nachrichten, den ausgehenden Weg samt SPF und DKIM sowie die Kopfzeilen datierter Testnachrichten. Für eine Weiterleitung oder Liste gehören Umschreibungen und ein etwaiges ARC-Siegel dazu.
Weder ein ARC-Kopfzeilenset noch ein MX-Muster oder ein Ergebnis des E-Mail Security Check belegt eine wirksame Filterung oder die Erfüllung organisatorischer oder rechtlicher Anforderungen. Welche Anforderungen für Ihre Organisation gelten, behandelt das Kapitel Compliance und Dokumentation; dieses Kapitel trifft dazu keine Aussage.
Häufige Fragen
Was ist ARC und welches Problem behandelt es?
ARC (Authenticated Received Chain) lässt Zwischenstationen wie Mailinglisten, Weiterleitungen oder Gateways ihr Prüfergebnis signiert an die Nachricht hängen. Das hilft, wenn eine Weiterleitung SPF scheitern lässt und Änderungen DKIM ungültig machen, sodass DMARC fehlschlägt. Ein Empfänger kann das signierte Eingangsergebnis einer Station berücksichtigen, der er vertraut. ARC repariert weder SPF noch DKIM und garantiert keine Zustellung.
Muss ich für meine Domain einen ARC-Eintrag im DNS veröffentlichen?
Nein, solange Sie nur versenden. ARC setzen Stationen, die Nachrichten weitergeben. Nur wer selbst versiegelt, veröffentlicht für seine Signierdomain einen Schlüssel – wie bei DKIM unter einem frei gewählten Selektor. Ein Name arc._domainkey ist nicht vorgeschrieben; sein Fehlen ist kein Mangel.
Bedeutet arc=pass, dass eine Nachricht echt ist?
Nein. arc=pass im Ergebnis Ihres Empfangssystems heißt nur, dass die Kette gültig ist. Ob die versiegelnden Stationen die Wahrheit sagen, ob die ursprüngliche Absenderdomain berechtigt war und ob der Inhalt harmlos ist, folgt daraus nicht. Ein cv=pass im Siegel selbst ist nur die Angabe der letzten Station.
Was ist ein Secure Email Gateway?
Ein vorgeschalteter oder eingebundener Filter, der die durch ihn geleiteten Nachrichten prüft, etwa auf Spam, Schadsoftware und gefährliche Links. Welche Funktionen tatsächlich aktiv sind, hängt von Produkt, Lizenz und Konfiguration ab. Ein Anbietername im MX-Record belegt diese Funktionen und ihre Wirkung nicht; Filter über Programmierschnittstellen oder eigene Systeme arbeiten oft ohne erkennbares MX-Muster.
Brauche ich ARC und ein Gateway bei Microsoft 365 oder Google Workspace?
Das hängt von Ihrem Mailfluss und Schutzbedarf ab. Microsoft dokumentiert vertrauenswürdige ARC-Sealer für Dienste, die Nachrichten vor Microsoft 365 verändern; einzutragen sind nur solche, die Sie tatsächlich nutzen. Google Workspace dokumentiert einen Inbound-Gateway-Modus mit eigenen Empfangs- und Authentifizierungsregeln; dabei setzt Gmail die Absender-DMARC-Policy nicht durch. Das verlangt eine passende Gateway-Konfiguration. Ob ein zusätzlicher Filter nötig ist, entscheiden Konfiguration, Betrieb und Risiko, nicht die Plattform allein.
Welchen Standardstatus hat ARC?
RFC 8617 ist am 27. September 2026 weiterhin Experimental. Der Arbeitsgruppenentwurf draft-ietf-dmarc-arc-to-historic-00 vom 22. April 2026 schlägt vor, ARC als Historic einzustufen, und rät von neuen Internet-weiten Einsätzen ab; beschlossen ist das nicht. DKIM2 besteht nur aus Entwürfen ohne Zeitplan, ein standardisierter fertiger Ersatz steht damit noch nicht bereit.
Wie ist ein erkannter Gateway-Anbieter einzuordnen?
Ein passender MX-Hostname ist ein Anbieterhinweis. Er bestätigt weder das gebuchte Produkt noch aktive Filter, die tatsächliche Zustellroute, eine Beschränkung der Annahme beim Postfachdienst oder eine bestimmte Abwehrquote. Umgekehrt ist ein unbekanntes Muster kein Nachweis fehlenden Schutzes.
Braucht jedes Unternehmen ein eigenes Gateway?
Nein. Maßgeblich sind die benötigten Schutzfunktionen und ihr nachgewiesener Betrieb. Sie können in den Postfachdienst integriert sein, über ein vorgeschaltetes Gateway, über Programmierschnittstellen oder eigene Filter bereitgestellt werden. Keine dieser Bauarten garantiert eine vollständige Abwehr, und jede verlangt eine passende Konfiguration.
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- DMARC: Alignment, Policy und Berichte – warum ein ausgerichteter Pass nötig ist und wie Sie Aggregatberichte lesen.
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- Bedrohungen, bei denen ein passend betriebener Filter ergänzend helfen kann: Phishing, Business Email Compromise, gefährliche Anhänge und Echospoofing und SubdoMailing.
Vorheriges Kapitel: DNS-Sicherheit: DNSSEC, DANE und CAA. Nächstes Kapitel: E-Mail-Alias-Strategie.
Quellen und Stand
Primärquellen am 27. September 2026 für die bezeichneten Aussagen geprüft. Die Beispiele erklären Mechanismen mit erfundenen Namen; sie sind keine Messung einer Kundendomain und keine echte Nachricht.
- RFC 8617: The Authenticated Received Chain (ARC) Protocol – Experimental, Juli 2019; Abschnitte 3 bis 7, 9 und Anhang A
- draft-ietf-dmarc-arc-to-historic-00 – Arbeitsgruppenentwurf vom 22. April 2026, nicht beschlossen
- DKIM-Arbeitsgruppe: Dokumente – DKIM2-Entwürfe
- RFC 8601: Authentication-Results – Abschnitte 1.2, 4.1 und 5
- RFC 9989: DMARC – Abschnitte 5.3.6, 5.4 und 7.4
- RFC 9990: DMARC Aggregate Reporting – Abschnitte 3.1.1.9, 3.1.6 und Anhang A
- RFC 7960: DMARC und indirekte Mailflüsse – Informational
- RFC 5598: Internet Mail Architecture – Abschnitte 2.2 und 5.5
- RFC 7208: SPF – Anhänge D und F; RFC 6376: DKIM – Abschnitt 5.4 und Anhang B.2; RFC 8461: MTA-STS – Abschnitte 4.1 und 8.1
- Microsoft Learn: Configure trusted ARC sealers, Enhanced Filtering for Connectors, Mail flow with a third-party cloud service, How SMTP DANE secures email, Set-OrganizationConfig
- Gmail-Hilfe: Email sender guidelines und Best practices for forwarding email to Gmail
- OpenARC (flowerysong), Exim: experimental-spec.txt, Rspamd: ARC module