Die Policy schützt nur, soweit der sendende Mailserver sie unterstützt und eine gültige Policy erhalten hat. Sie ersetzt weder die Absenderauthentifizierung durch SPF, DKIM und DMARC noch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Nachrichteninhalts.
Warum STARTTLS allein eine Lücke lässt
Schematische Modelle · keine Angriffsmessung
STARTTLS-Manipulation: zwei bedingte Fälle
In beiden Modellfällen entfernt ein Angreifer das STARTTLS-Angebot auf dem Übertragungsweg. Die Bedingungen beim Sender bestimmen die Folge.
Klartext-Rückfall erlaubt
Die lokale Konfiguration erlaubt Rückfall; keine andere verbindliche TLS-Regel greift. DANE wird hier nicht vorausgesetzt.
Bei opportunistischem SMTP-TLS versuchen zwei Mailserver, eine verschlüsselte Verbindung aufzubauen. Ein Sender kann jedoch unverschlüsselt weiterarbeiten, wenn seine Regeln dies zulassen und STARTTLS nicht verfügbar ist. Wer die ungeschützte Aushandlung manipulieren kann, kann beispielsweise die 250 STARTTLS-Antwort entfernen. Dieses Angriffsmuster wird häufig als STRIPTLS bezeichnet. Eine TLS-fähige Gegenstelle allein verhindert es nicht.
Folge: Klartextübertragung möglich.
Gültige enforce-Policy vorhanden
Der Sender unterstützt MTA-STS und hat bereits eine gültige Policy gespeichert.
Eine bereits gültig gespeicherte MTA-STS-Policy mit mode: enforce ändert die Entscheidung eines unterstützenden Senders: Er darf eine Nachricht nicht über einen MX-Kandidaten übertragen, der die Policybedingungen verletzt. Er kann andere MX-Kandidaten versuchen oder die Zustellung zunächst zurückstellen. Daraus folgt weder eine sofortige endgültige Unzustellbarkeit noch eine garantierte spätere Zustellung. RFC 8461: Policyanwendung und Angriffsgrenzen
Folge: keine Übertragung über diesen nicht passenden MX.
DNS-Hinweis, HTTPS-Policy und SMTP-Prüfung
Für gewöhnliche direkte Zustellung an person@example.com ist example.com die Policy-Domain. Explizite Routingregeln zu einem Smarthost können den nächsten Transportabschnitt und damit die Policyauswahl ändern. Eine Policy für die Hauptdomain wird nicht automatisch für jede Unterdomain gesucht: Für eine andere Policy-Domain gelten eigene Abfragen. RFC 8461 §3.4
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| Bestandteil | Aufgabe | Was daraus noch nicht folgt |
|---|---|---|
TXT an _mta-sts.example.com | Kündigt MTA-STS an; id kennzeichnet den Policystand. | Der TXT-Inhalt enthält weder die vollständige Policy noch ein Ergebnis der SMTP-Verbindung. |
HTTPS an mta-sts.example.com | Liefert die Policy unter /.well-known/mta-sts.txt. | Eine abrufbare Datei beweist nicht, dass alle vorgesehenen MX-Server TLS korrekt anbieten. |
| Sendender Mailserver | Prüft Policy, MX-Namen und die TLS-Verbindung zum ausgewählten MX. | Nicht jeder Sender unterstützt MTA-STS oder hat denselben Cachestand. |
Optionales TLS-RPT an _smtp._tls.example.com | Benennt Ziele für Berichte unterstützender Sender. | Ein DNS-Eintrag empfängt oder analysiert selbst keine Berichte. |
Der DNS-Eintrag kündigt einen Stand an
Das folgende synthetische Zonenbeispiel verwendet ausschließlich Beispieldomains. Es wurde nicht veröffentlicht oder praktisch getestet.
_mta-sts.example.com. IN TXT "v=STSv1; id=2026091301"v=STSv1 steht zuerst. Die id besteht aus 1 bis 32 Buchstaben oder Ziffern und muss die jeweilige Policyversion eindeutig kennzeichnen. Ein Datumsformat ist möglich, aber nicht vorgeschrieben; eine neue Uhrzeit oder eine fortlaufende Kennung kann mehrere Änderungen am selben Tag unterscheiden. Eine größere Zahl hat keine besondere Protokollbedeutung.
Nach dem Verwerfen fachfremder TXT-Records muss genau ein passender, syntaktisch gültiger Record übrig bleiben. Mehrere Zeichenketten innerhalb desselben TXT-Records werden ohne zusätzliche Leerzeichen zusammengesetzt. Die Entdeckung kann auch über einen CNAME delegiert werden. Ein fehlender oder unbrauchbarer Record löscht jedoch keine zuvor gültig gespeicherte Policy. RFC 8461 §3.1
Die Policy kommt von einem festen HTTPS-Ziel
Für diese Beispieldomain lautet die vollständige Adresse:
https://mta-sts.example.com/.well-known/mta-sts.txtDas Zertifikat dieses HTTPS-Hosts muss zum Namen mta-sts.example.com passen, gültig sein und zu einer vom Sender vertrauten Zertifizierungsstelle führen. Ein CNAME auf einen Hostinganbieter ändert den zu prüfenden Namen nicht. Die Antwort muss direkt HTTP 200 liefern; Weiterleitungen dürfen beim Policyabruf nicht verfolgt werden. Die Datei soll als text/plain ausgeliefert werden; RFC 8461 formuliert die Medientypprüfung durch Sender als SHOULD. Eine HTML-Fehlerseite ist keine Policy. RFC 8461 §3.2–3.3
Synthetisches Dateibeispiel für eine Testphase mit zwei vorgesehenen MX-Hosts:
version: STSv1
mode: testing
mx: mx1.example.com
mx: mx2.example.com
max_age: 86400Bei schmaler Ansicht können Sie die Tabelle seitlich scrollen.
| Feld | Erforderlich | Bedeutung |
|---|---|---|
version | Einmal | Aktuell STSv1. |
mode | Einmal | testing, enforce oder none. |
mx | Mindestens einmal, außer bei mode: none | Je Zeile ein erlaubter MX-Name oder ein zulässiges Wildcardmuster. |
max_age | Einmal | Maximale Gültigkeit in Sekunden seit dem letzten Policyabruf; nicht die DNS-TTL. Zulässig sind 0 bis 31557600. |
mx: *.example.com erfasst genau ein zusätzliches linkes Label, etwa mail.example.com. Es erfasst weder example.com noch a.mail.example.com. Für mehrere Namen verwenden Sie mehrere mx:-Zeilen. Bei internationalisierten Domainnamen erwartet die Policy die ASCII-Darstellung als A-Label. Der Wert 86400 im Beispiel entspricht einem Tag; er ist kein vorgeschriebener Standardwert.
Schematische Erklärung · keine Messung
Policy abrufen und gültigen Cache berücksichtigen
Gespeicherter Stand
Gültiger Policycache?
Eine noch gültige gespeicherte Policy wird unabhängig von einem erneuten Abruf berücksichtigt.
Ein Abruffehler löscht sie nicht.
Entdeckung und erforderlicher Abruf
- DNS:
_mta-stsVerfügbarkeit und Standkennung
id. Der TXT-Record enthält nicht die Policy. - Falls ein Abruf erforderlich ist: HTTPS-Policy
Fester Policyhost und Pfad. Direkt HTTP
200und gültiges Zertifikat; keine Weiterleitung.https://mta-sts.example.com/.well-known/mta-sts.txt
- Neue Policy erfolgreich validiert
- Speichern und nach ihrem Modus anwenden.
- Abruf scheitert, Cache noch gültig
- Die noch gültige Policy muss weiter angewendet werden.
- Kein gültiger Cache, keine nutzbare neue Policy
- Keine MTA-STS-Bindung. DANE, lokale TLS-Vorgaben und andere Fehlerbedingungen bleiben möglich.
- Neue gültige Policy mit
mode: none - Dieser Stand verlangt keine MTA-STS-Durchsetzung. Andere Sender können noch ältere gültige Policies besitzen.
Schematische Erklärung · keine Messung
SMTP-Prüfung und optionalen Bericht trennen
Gültige Policy nach ihrem Modus berücksichtigen.
Keine garantierte Übertragung oder Zustellung.
Ein getrennter Weg: Ein TLS-RPT unterstützender Sender kann bei eingerichteter Berichterstattung Ziele über DNS an _smtp._tls ermitteln und einen Bericht an einen tatsächlichen Empfänger senden. DNS benennt das Ziel; DNS empfängt keinen Bericht. Berichte sind keine Zustellbelege. Den optionalen Berichtsweg ansehen.
Für den SMTP-MX prüft der Sender gesondert, ob dessen Name zur Policy passt, STARTTLS nutzbar ist und ein gültiges, vertrauenswürdig verkettetes Zertifikat zum tatsächlichen MX-Hostnamen vorliegt. Das HTTPS-Zertifikat der Policy und das SMTP-Zertifikat des MX sind zwei verschiedene Nachweise. RFC 8461 §4–5.1
testing, enforce und none richtig einordnen
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| Modus | Verhalten eines unterstützenden Senders | Betriebliche Grenze |
|---|---|---|
testing | Prüft die Policy, blockiert die Nachricht aber nicht allein wegen eines MTA-STS-Validierungsfehlers. | Andere Zustellfehler und lokale Regeln bleiben möglich. TLS-Berichte benötigen die gesonderte TLS-RPT-Unterstützung und -Konfiguration. |
enforce | Darf nicht an einen MX-Kandidaten übertragen, der die Bedingungen verletzt. Weitere MX-Kandidaten werden im normalen Zustellablauf berücksichtigt. | Ein Fehler kann zunächst zu Aufschub und Wiederholungsversuchen führen. Vor einem endgültigen Fehler wegen der Policyverletzung muss der Sender auf eine neue Policykennung prüfen. |
none | Behandelt diesen gültig erhaltenen Policystand ohne aktive MTA-STS-Durchsetzung. | Eine Rücknahme wirkt erst beim jeweiligen Sender; alte gültige Caches verschwinden nicht sofort. |
enforce ist eine bewusst eingegangene Betriebsbindung. Ein nicht mehr passender MX-Name, ein abgelaufenes Zertifikat oder fehlendes STARTTLS kann die Übertragung verhindern. Das gilt auch für einen selten verwendeten Backup-MX. Unauffälliger Verkehr zum primären MX ist kein Nachweis für alle Ausweichwege. RFC 8461 §8.4
TLS-RPT: Berichte über Transportversuche verstehen
TLS-RPT ist in RFC 8460 getrennt von MTA-STS beschrieben. Unterstützende Sender können zusammengefasste Angaben zu TLS-Verbindungen und Policyproblemen übermitteln. Die empfangende Domain veröffentlicht dafür ein Berichtsziel. Das kann bei der Einführung helfen, ist aber keine vollständige Beobachtung sämtlicher Absender oder Nachrichten.
Ein synthetisches DNS-Beispiel für ein zuvor eingerichtetes Empfangspostfach:
_smtp._tls.example.com. IN TXT "v=TLSRPTv1; rua=mailto:tlsrpt@example.com"Mehrere Ziele sind möglich, hier als alternative Beispielkonfiguration mit einem eingerichteten HTTPS-Empfänger:
_smtp._tls.example.com. IN TXT "v=TLSRPTv1; rua=mailto:tlsrpt@example.com,https://reports.example.com/tlsrpt"Tragen Sie nur Ziele ein, für deren Empfang und Auswertung Sie zuständig sind oder eine entsprechende Vereinbarung haben. Ein meldender Sender darf bei mehreren Zielen eines auswählen; nicht jedes Ziel erhält zwangsläufig jede Meldung. Eine statisch gehostete Policydatei ist kein HTTPS-Berichtsempfänger. RFC 8460 §3, verifiziertes Erratum 8070
Optionaler Berichtsweg · keine garantierte Zustellung
TLS-RPT: vom Versuch zur Auswertung
- Versuche beobachten
Ein unterstützender sendender Mailserver erfasst die Ergebnisse seiner Transportversuche.
- Nach Berichtszeitraum zusammenfassen
Ein voller UTC-Tag wird empfohlen. Das ist kein garantierter Ankunftstermin.
- An ein eingerichtetes Ziel übermitteln
JSON, gegebenenfalls gzip-komprimiert, per E-Mail oder HTTPS-POST an den tatsächlichen Berichtsempfänger.
DNS liefert nur die eingerichteten Zieladressen. Bei mehreren Zielen kann der Reporter eines auswählen; mehrere Kopien sind nicht garantiert.
- Annehmen, prüfen und auswerten
Empfangene Berichte mit eigenen SMTP-Logs und gezielten Nachprüfungen abgleichen.
Fehlende Berichte beweisen weder fehlerfreien Transport noch die Abwesenheit von Verkehr. Optionale Berichte liefern keine vollständige Verkehrssicht.
Zeitraum, Zahlen und Übertragung
Ein Report enthält einen Zeitraum, eine Kennung, Angaben zum meldenden Betreiber, die beobachtete Policy und zusammengefasste Ergebnisse. Ein vollständiger UTC-Tag ist die Empfehlung der Norm. Versandverzögerungen und fehlende Berichte sind möglich. Erfolgszahlen beziehen sich auf entsprechende TLS-Sitzungen, nicht auf im Posteingang angekommene Nachrichten. Fehlerkategorien können sich überschneiden; sie lassen sich nicht beliebig zu einer Zahl unabhängiger fehlgeschlagener Nachrichten addieren. RFC 8460 §4
Für den Berichtstransport gelten besondere Regeln: E-Mail-Berichte benötigen eine gültige DKIM-Signatur der meldenden Domain ohne l=-Begrenzung. s=tlsrpt am DKIM-Schlüssel ist in RFC 8460 eine SHOULD-Vorgabe, keine allgemeine zusätzliche MUST-Vorgabe; offene beziehungsweise zurückgestellte Errata betreffen ihre Registrierung. Eine fehlende gültige DKIM-Signatur ist ein anderer Fall. Bei der Übertragung von Fehlerberichten dürfen SMTP-TLS-Probleme den Bericht nicht selbst unterdrücken; dabei kann der Bericht unverschlüsselt übertragen werden. Für HTTPS-Berichte erlaubt die Norm dem Sender, Zertifikatsfehler zu ignorieren. Diese Ausnahme gilt nicht für den HTTPS-Abruf der MTA-STS-Policy. RFC 8460 §3, Erratum 8303, Status Reported
Berichte können als JSON oder gzip-komprimiert ankommen. Ein HTTPS-Empfänger muss eine erfolgreiche Antwort geben, typischerweise 200 oder 201; die Verarbeitung kann später erfolgen. Weder eine erfolgreiche HTTP-Annahme noch ein vorhandener Mailanhang beweist schon eine abgeschlossene Auswertung. TLS-RPT-Berichte sind keine Wolf-Reportdateien.
Ein erfundener Bericht als Lesehilfe
Das folgende JSON-Modell zeigt einen einzelnen Policystand und einen Fehlertyp. Betreibername, Kennung, Zeitraum, Adressen und sämtliche Zahlen sind erfunden. Es ist kein empfangener Report und kein Testnachweis; der E-Mail-/HTTP-Umschlag ist nicht dargestellt.
{
"organization-name": "Example Sender",
"date-range": {
"start-datetime": "2026-09-11T00:00:00Z",
"end-datetime": "2026-09-12T00:00:00Z"
},
"contact-info": "postmaster@sender.example.net",
"report-id": "example-report-01",
"policies": [
{
"policy": {
"policy-type": "sts",
"policy-string": [
"version: STSv1",
"mode: enforce",
"mx: mx1.example.com",
"max_age: 604800"
],
"policy-domain": "example.com",
"mx-host": ["mx1.example.com"]
},
"summary": {
"total-successful-session-count": 120,
"total-failure-session-count": 2
},
"failure-details": [
{
"result-type": "certificate-expired",
"sending-mta-ip": "192.0.2.10",
"receiving-mx-hostname": "mx1.example.com",
"receiving-ip": "203.0.113.20",
"failed-session-count": 2
}
]
}
]
}Die Meldung beschreibt im Modell ein abgelaufenes Zertifikat bei zwei erfassten Sitzungen. Sie beweist weder die Ursache jeder fehlenden Nachricht noch einen Angriff. Zur Untersuchung gehören der angegebene Zeitraum, der betroffene Host, die damalige Policy und passende Serverlogs.
Fehlerbezeichnungen gezielt zuordnen
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result-type | Bedeutung im Bericht | Nächste sinnvolle Untersuchung |
|---|---|---|
starttls-not-supported | STARTTLS konnte nicht wie benötigt genutzt werden. | Tatsächliches SMTP-Angebot und betroffenen Verbindungsweg prüfen. |
certificate-host-mismatch | Zertifikatsname passt nicht zum erwarteten Namen. | Gewählten MX und dessen präsentierte Zertifikatsnamen vergleichen. |
certificate-expired | Ein geprüftes Zertifikat ist abgelaufen. | Betroffene Zertifikatskette und Erneuerungsstand untersuchen. |
certificate-not-trusted | Das Zertifikat wurde nicht als vertrauenswürdig validiert. | Ausgelieferte Kette und Vertrauenskontext des Melders unterscheiden. |
sts-policy-fetch-error | Abruf der MTA-STS-Policy fehlgeschlagen. | DNS, HTTPS-Erreichbarkeit, Status und damaligen Cachestand prüfen. |
sts-policy-invalid | MTA-STS-Policyvalidierung fehlgeschlagen. | Tatsächliche Policy und Validierungsdetails lesen; nicht automatisch nur einen MX-Fehler vermuten. |
sts-webpki-invalid | Web-PKI-Validierung der Policy fehlgeschlagen. | Zertifikat des HTTPS-Policyhosts prüfen, getrennt vom SMTP-MX. |
tlsa-invalid | Ein vorhandener TLSA-Recordsatz enthält keine gültigen verwendbaren Einträge. | DANE-/TLSA-Befund und dessen genaue Validierung untersuchen. |
dnssec-invalid | Die für DANE nötige DNSSEC-Validierung lieferte keine gültigen Daten. | Resolverantwort und DNSSEC-Validierungspfad eingrenzen. |
dane-required | Die lokale Senderregel verlangt DANE, ohne die dafür benötigten DNSSEC-validierten TLSA-Daten. | Lokale Senderanforderung und Empfängerkonfiguration getrennt prüfen. |
validation-failure | Sonstiger Validierungsfehler. | Zusätzlichen failure-reason-code und Kontext auswerten, soweit mitgeliefert. |
Diese Kategorien ersetzen keine Ursachenanalyse. Ein Bericht muss nicht jeden vorübergehenden Netzwerkfehler enthalten. Eine syntaktisch gültige Policy kann außerdem einen benötigten MX ausschließen; dafür reicht ein Syntaxtest nicht aus. RFC 8460 §4.3
Einführung, Änderungen und Rücknahme planen
Die Dauer einer Einführung hängt von Ihrer Infrastruktur und den tatsächlich verfügbaren Beobachtungen ab. Zwei fehlerfreie Kalenderwochen allein belegen weder Senderabdeckung noch einen funktionierenden Backup-MX.
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| Schritt | Woran Sie weiterarbeiten können | Was dokumentiert werden sollte |
|---|---|---|
| Zuständigkeit und Empfangswege klären | Alle vorgesehenen MX-Hosts und deren TLS-Voraussetzungen sind bekannt, auch Ausweichwege. | Namen, Zertifikatsverantwortung, Hosting- und Änderungszuständigkeit. |
| HTTPS-Policy vorbereiten | Die Testpolicy ist am richtigen Host direkt und korrekt abrufbar. Erst danach kündigt DNS ihren Stand an. | Dateiinhalt, Kennung, Abrufzeit, Status und Zertifikatsprüfung. |
| Optional TLS-RPT einrichten | Ein wirklicher Empfänger nimmt Berichte an; empfangene Daten werden geprüft und ausgewertet. | Melder, Zeiträume, Lücken und Befunde; keine behauptete Vollabdeckung. |
Unter testing beobachten | Eigene Prüfungen und geeignete Betriebsdaten klären die relevanten Fehlerfälle. | Nicht nur die Zahl der Tage, sondern berücksichtigte MX-/Senderfälle. |
Bewusst auf enforce wechseln | Die vorgesehene TLS-Bindung ist betrieblich tragbar; Fehlerbehandlung und Rücknahme sind vorbereitet. | Neuer Policystand, neue id, bisherige max_age-Werte und Verantwortung. |
Veröffentlichen Sie bei einer Änderung zuerst die neue HTTPS-Policy und anschließend die neue DNS-id. Ein DNS-Update allein ersetzt nicht alle Sendercaches. Längere max_age-Werte können die Bindung über Abrufstörungen hinweg erhalten, verlängern aber auch die mögliche Wirkung alter Regeln. Eine kürzere neue Laufzeit verkürzt nicht rückwirkend jede zuvor gespeicherte Policy. RFC 8461 §8.1
Für eine geplante Abschaltung sieht die Norm mode: none vor. Veröffentlichen Sie diese gültige Policy mit kleiner Laufzeit und neuer id. Halten Sie DNS und HTTPS-Endpunkt verfügbar, bis alle zuvor ausgelieferten Policies abgelaufen sind. Dazu zählen gegebenenfalls ältere Stände mit längerer Laufzeit. TXT und Datei sofort zu löschen ist keine verlässliche Rücknahme. RFC 8461 §8.3
MTA-STS und DANE verwenden unterschiedliche Vertrauenswege
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| Frage | MTA-STS | SMTP-DANE |
|---|---|---|
| Woher kommt die authentisierte Vorgabe? | Policydatei über HTTPS mit Web-PKI; DNS kündigt sie an. | DNSSEC-validierte TLSA-Daten im passenden DNS-/MX-Kontext. |
| Ist DNSSEC Voraussetzung? | Nein. | Ja, für die DANE-Authentisierung. |
| Woran wird die Gegenstelle gebunden? | Erlaubte MX-Namen und vertrauenswürdige, gültige Zertifikate. | TLSA-Zuordnung zu Zertifikat oder Schlüssel, je nach Usage, Selector und Matching Type. Nicht jede Zuordnung ist ein Hash. |
| Wie unterscheiden sich Zertifikatsregeln? | Namens-, Gültigkeits- und Vertrauenskette gehören zur Prüfung. | Bei DANE-EE(3) gelten andere Regeln: Zertifikatsname und Zertifikatsablauf werden nicht wie bei Web-PKI geprüft; die DNSSEC-validierte TLSA-Bindung ist entscheidend. Andere Usages sind getrennt zu betrachten. |
| Was gilt beim ersten Kontakt? | Ohne gültige erhaltene Policy bleibt die Entdeckung unterdrückbar. | DNSSEC ermöglicht authentisierte Entdeckung und authentisierte Aussagen über fehlende Daten im dafür gültigen DNSSEC-Kontext. |
| Kann eine Domain beides einsetzen? | Ja; MTA-STS darf eine fehlgeschlagene DANE-Prüfung nicht überstimmen. | Die Senderimplementierung muss das Zusammenspiel tatsächlich korrekt umsetzen. |
MTA-STS ist kein Ersatz für DNSSEC und kein Zertifikatspinning. SMTP-DANE ist seinerseits keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Welche Variante ein Anbieter für eingehende beziehungsweise ausgehende Nachrichten unterstützt, ist getrennt zu prüfen. Prüfen Sie die konkrete Dokumentation Ihres Versanddienstes einschließlich der verwendeten Connector- und Routingfälle. RFC 8461 §2, RFC 7672 §3
Aussagegrenzen: Transport, Recht und Prüfergebnis
MTA-STS kann einen abgegrenzten Beitrag zum Schutz des Transportwegs leisten. Es authentisiert nicht den sichtbaren Absender und bewertet keinen Nachrichteninhalt. Ein verschlüsselter Transport macht eine Phishingmail nicht ungefährlich. Mehr zum Zusammenhang: E-Mail-Bedrohungen und DNS-Sicherheit.
Rechtliche Anforderungen hängen vom Anwendungsbereich und Risiko ab. Art. 21 NIS2 nennt für erfasste Einrichtungen angemessene Risikomanagementmaßnahmen einschließlich Kryptografie; Art. 32 DSGVO behandelt risikogerechte Sicherheit der Verarbeitung. Daraus ergibt sich keine pauschale Aussage, dass jede Domain gerade MTA-STS einsetzen muss. Die BSI TR-03108 richtet sich an E-Mail-Diensteanbieter und beschreibt eigene Anforderungen an sicheren Transport. Eine einzelne Policy oder ein Scan ist keine Bescheinigung der Einhaltung dieser Regelwerke. Diese Einordnung betrifft die genannten EU-/deutschen Bezüge, nicht eine weltweite Rechtsbewertung. NIS2 Art. 21, DSGVO Art. 32, BSI TR-03108
Der kostenlose E-Mail Security Check untersucht veröffentlichte DNS-Einträge, die abrufbare MTA-STS-Policy und deren Abdeckung der im Check bekannten DNS-MX-Namen. Das beweist weder die tatsächliche Durchsetzung bei allen Sendern noch TLS-Verbindungen zu sämtlichen MX-Adressen oder den Zustand fremder Sendercaches. Der TLS-RPT-DNS-Check liest Reporting-Ziele; er empfängt oder analysiert keine JSON-Berichte und bestätigt keine Reportzustellung. Ein Abruf- oder Messfehler ist von einer bestätigten Fehlkonfiguration zu unterscheiden.
Ein kostenloser Befund kann für Ihre nächste Korrektur genügen. Für die Abnahme einer Änderung ergänzen Sie die konkret benötigten Betriebsnachweise; DNS-Sicht, Policyabruf, SMTP-Verbindung und empfangener Bericht bleiben getrennte Belege.
Verwandte Grundlagen
Vorheriges Kapitel: DMARC-Enforcement. Nächstes Kapitel: SMTP-TLS und Zertifikate.
Häufige Fragen
Schützt MTA-STS sicher vor STRIPTLS?
Ein unterstützender Sender mit gültig gespeicherter enforce-Policy darf eine Nachricht nicht über einen MX übertragen, der die Policybedingungen verletzt. Die erste Policyentdeckung kann jedoch unterdrückt werden; auch Zertifikatsvertrauen und korrekte Senderimplementierung bleiben Voraussetzungen. Andere TLS-Regeln wie DANE sind eigenständig zu berücksichtigen.
Was unterscheidet MTA-STS von DANE?
MTA-STS verwendet eine HTTPS-Policy und Web-PKI. SMTP-DANE verwendet DNSSEC-validierte TLSA-Bindungen. Die Namens-, Ablauf- und Vertrauensregeln sind daher nicht in jedem Fall gleich; insbesondere DANE-EE(3) unterscheidet sich von Web-PKI.
Wo muss die Policydatei liegen?
Für example.com direkt unter https://mta-sts.example.com/.well-known/mta-sts.txt, mit passendem vertrauenswürdigem Zertifikat und HTTP 200 ohne Weiterleitung. Eine TXT-Zeichenkette im DNS ersetzt dieses Hosting nicht.
Brauche ich MTA-STS zusätzlich zu DANE?
Das hängt von den gewünschten Senderwegen und der tatsächlichen Unterstützung ab. Beides kann nebeneinander bestehen, ist aber nicht für jede Domain pauschal vorgeschrieben. Eine MTA-STS-Implementierung darf einen fehlgeschlagenen DANE-Nachweis nicht überstimmen.
Bekomme ich mit TLS-RPT jeden Tag einen vollständigen Bericht?
Nein. Ein voller UTC-Tag ist ein empfohlener Berichtszeitraum, keine Lieferzusage. Empfangsziel, Senderunterstützung und tatsächliche Übermittlung müssen hinzukommen. Nicht meldende Sender und nicht abgedeckte Wege bleiben Lücken; ergänzen Sie passende eigene Logs.
Beweist ein Scanner, dass MTA-STS überall wirkt?
Nein. Öffentliche DNS-/Policy- und begrenzte MX-Befunde sind kein Nachweis für jeden Sender, jeden Cachestand oder jede Ziel-IP. Sie ersetzen auch keine empfangenen TLS-RPT-Dateien und keine tatsächliche Zustellbeobachtung.
Was passiert, wenn das HTTPS-Zertifikat der Policy abläuft?
Eine neue Policy kann dann nicht entsprechend den MTA-STS-Vorgaben validiert werden. Eine noch gültige gespeicherte Policy muss weiter angewendet werden. Fehlt sie oder ist sie abgelaufen und kein neuer gültiger Stand verfügbar, besteht daraus keine MTA-STS-Bindung; andere Transportregeln sind weiterhin möglich.
Quellen und fachlicher Stand
- RFC 8461: SMTP MTA Strict Transport Security, September 2018; DNS, Policy, Cache, Einführung und Sicherheitsgrenzen.
- RFC 8460: SMTP TLS Reporting, September 2018; Berichtsformat, Ergebnisse und Übermittlung.
- RFC 7672: SMTP-DANE, Oktober 2015; Vergleich der Vertrauens- und Zertifikatsregeln.
- RFC 3207: SMTP STARTTLS; Aushandlung des TLS-Transportwegs.
Gezielte Quellenprüfung: 13.09.2026. RFC 8461 und RFC 8460 sind weiterhin Proposed Standards; gemeldete, verifizierte und zurückgestellte Errata sind unterschiedliche Zustände. Beispiele und Bildmodelle erläutern die Regeln und wurden nicht als tatsächliche SMTP-/DNS-/Hostingumgebung getestet.